Kunstmuseum Ravensburg präsentiert vielseitiges Jahresprogramm 2026
#Ravensburg
Mit einem hochkarätigen und thematisch breit gefächerten Ausstellungsprogramm startet das Kunstmuseum Ravensburg ins Jahr 2026. Das Museum, das seit seiner Eröffnung 2013 immer wieder mit innovativen Konzepten und preisgekrönter Architektur überzeugt, widmet sich auch im kommenden Jahr der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts – mit starken Positionen, internationalen Künstler:innen und spannenden Dialogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Fotografische Resonanzen zum Jahresauftakt
Noch bis zum 22. März 2026 sind zwei Ausstellungen parallel zu sehen, die sich dem Werk von Gabriele Münter und der zeitgenössischen Künstlerin Kathrin Sonntag widmen. Unter dem Titel „Das reisende Auge“ reagiert Sonntag mit Fotografien aus ihrem eigenen Archiv auf Münters um 1900 entstandene Aufnahmen. Die Gegenüberstellung erzeugt einen visuellen Resonanzraum, der Fragen nach Wahrnehmung, Zeit und fotografischem Blick neu verhandelt.
Im zweiten Obergeschoss zeigt die monografische Schau „Gabriele Münter. Aufbruch in Form und Farbe“ rund 50 Arbeiten der bedeutenden Expressionistin. Der Fokus liegt auf den Jahren 1908 bis 1914 – einer Phase intensiver künstlerischer Entwicklung, in der Münter maßgeblich an der Neuen Künstlervereinigung München und später am Blauen Reiter beteiligt war.

KMR Charlotte Salomon Leben oder Theater München. Quelle Kunstmuseum Ravensburg
Zeit als künstlerisches Experiment
Vom 11. April bis 19. Juli 2026 rückt die Ausstellung „It’s All About Time“ das Phänomen Zeit ins Zentrum. Sechs internationale Positionen – darunter Tehching Hsieh, Alicja Kwade und David Horvitz – machen Zeit erfahrbar, hinterfragen ihre Messbarkeit und beleuchten natürliche wie gesellschaftliche Rhythmen. Hsiehs legendäre „One Year Performance“, bei der der Künstler ein Jahr lang jede Stunde eine Stechuhr betätigte, bildet einen der eindrucksvollsten Beiträge.
Dialog zwischen Sammlung und Gegenwart
Ab dem 8. August 2026 eröffnet das Museum die Reihe „Zeitfragen. Sammlung trifft Gegenwart“. Werke aus der Sammlung Selinka – darunter Arbeiten von Erich Heckel, Otto Mueller oder Edvard Munch – treten in Austausch mit zeitgenössischen Positionen wie Kader Attia, Fiona Banner oder Małgorzata Mirga-Tas. Die Ausstellung beleuchtet Kontinuitäten und Brüche zwischen Epochen und lädt dazu ein, gesellschaftliche Narrative neu zu betrachten.
Parallel dazu wird im zweiten Obergeschoss Janet Cardiffs immersive Klanginstallation „The Forty Part Motet“ präsentiert. Die 40-kanalige Audioarbeit, basierend auf Thomas Tallis’ Renaissance-Komposition „Spem in Alium“, ermöglicht ein einzigartiges räumliches Hörerlebnis, das Besucher:innen mitten in ein polyphones Klangfeld versetzt.
Jahresabschluss mit Charlotte Salomon
Den Abschluss des Jahresprogramms bildet ab 5. Dezember 2026 die große Ausstellung „Charlotte Salomon. Leben? oder Theater?“. Das monumentale Werk der deutsch-jüdischen Künstlerin, entstanden im Exil zwischen 1940 und 1942, verbindet Malerei, Text, Musik und Theater zu einer eindrucksvollen autobiografisch-fiktionalen Erzählung. Gezeigt werden 235 der insgesamt 769 Gouachen – ein intensiver Einblick in ein einzigartiges künstlerisches Vermächtnis.
Ein Museum mit Profil
Das Kunstmuseum Ravensburg bleibt damit seinem Anspruch treu, historische und zeitgenössische Kunst in spannenden Zusammenhängen zu präsentieren. Die Sammlung Selinka bildet weiterhin das Fundament, ergänzt durch wechselnde Ausstellungen, Kooperationen und internationale Leihgaben. Unterstützt wird das Museum von zahlreichen regionalen und überregionalen Partnern und Förderern.
Quelle / Mehr Infos: www.kunstmuseum-ravensburg.de


