20 Jahre Tanz in Bewegung: Das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps startet am 5. März
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Am 5. März beginnt die 20. Ausgabe des Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps. Während fast vier Wochen bringt das Festival zeitgenössischen Tanz in die ganze Schweiz – mit 74 Vorstellungen in Zusammenarbeit mit 38 Partnertheatern. Gespielt wird nicht nur in Zürich, Basel oder Genf, sondern ebenso in kleineren Städten und ländlichen Regionen. Genau das macht Steps seit jeher aus: große internationale Produktionen dorthin zu bringen, wo man sie sonst kaum sehen würde.
Seit 1988 findet das Festival alle zwei Jahre statt. Auch 2026 bleibt es seiner Linie treu und setzt auf künstlerische Qualität, stilistische Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz.
Internationale Compagnien und bekannte Namen
Zwölf Compagnien aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Irland, Kanada, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz prägen das diesjährige Programm. Zu den bekannten Namen zählen Hofesh Shechter, Sharon Eyal, Alexander Ekman und Rafaële Giovanola. Gleichzeitig setzt das Festival bewusst auf neue Stimmen. Das kanadische Kollektiv People Watching ist erstmals in der Schweiz zu sehen. Auch Tiffany Tregarthen und David Raymond präsentieren ihre erste Kreation für die GöteborgsOperans Danskompani.
Tanz als Spiegel unserer Zeit
Inhaltlich greifen viele Produktionen aktuelle Fragen auf – mal laut und energiegeladen, mal leise und persönlich. Mit «IN THE BRAIN» zeigt Shechter II unter der Leitung von Hofesh Shechter eine von der Clubkultur inspirierte Arbeit. Es geht um Gruppendynamik, Rituale und kollektive Energie. Der Puls ist hoch, die Bewegungen sind präzise und intensiv. Ganz anders, aber ebenso eindringlich, nähert sich das irische Junk Ensemble in «Dances Like A Bomb» dem Thema Alter. Jessica und Megan Kennedy erzählen mit Humor und Verletzlichkeit vom Älterwerden und von der sich verändernden Beziehung zum eigenen Körper.
In «Le Grand Bal» verbindet die französische Compagnie Dyptik Hip-Hop mit zeitgenössischem Tanz. Souhail Marchiche und Mehdi Meghari verhandeln soziale Spannungen und Fragen der Zugehörigkeit – kraftvoll, direkt und nah am Publikum. Der Doppelabend «Timeless Encounters» setzt auf inklusive Perspektiven. Choreografien von Roser Lopez Espinosa für das schwedische Skånes Dansteater und von Lloyd Marengo für seine eigene Compagnie zeigen, wie vielfältig und selbstverständlich Diversität auf der Bühne gelebt werden kann. Weitere Höhepunkte sind «Sphynx» von tanzmainz unter der Leitung von Rafaële Giovanola, «Hammer» von Alexander Ekman für die GöteborgsOperans Danskompani oder «Play Dead» von People Watching.

Sphynx by tanzmainz. Foto © Andreas Etter
Brücken zwischen Regionen und Menschen
Steps versteht sich nicht nur als Gastspielplattform, sondern als verbindendes Element zwischen Stadt und Land sowie zwischen den Sprachregionen. Die Tourneen führen bis an die Landesgrenzen und öffnen Räume für Begegnung. Einführungen und Nachgespräche helfen beim Einstieg in die Stücke. Dazu kommen Workshops, ein Breaking Battle und sogar eine partizipative Neuinterpretation des Walzers. Wer selbst aktiv werden möchte, findet hier viele Gelegenheiten. Eine besondere Ergänzung sind die Videoeinführungen «HORA sagt» in Zusammenarbeit mit dem Theater HORA. Mitglieder der Zürcher Performancegruppe geben darin ihre persönliche, professionelle Sicht auf die Produktionen. Das schafft einen unmittelbaren Zugang zu Themen und Ästhetik der Werke.
Tickets und Informationen
Der Vorverkauf läuft über die jeweiligen Partnertheater. Das vollständige Programm mit allen Tourdaten ist online abrufbar unter steps.ch. Wer zeitgenössischen Tanz in seiner ganzen Bandbreite erleben möchte – von Club-Atmosphäre bis zu inklusiven Bühnenformaten – sollte sich diese Jubiläumsausgabe nicht entgehen lassen. Steps 2026 zeigt eindrücklich, wie lebendig, politisch und nahbar Tanz heute sein kann.


